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WWOOFING Neuseeland – Meine Farmarbeit mit Pferden

Im März 2016 habe ich 3 Wochen lang auf einer Farm in Takaka, Neuseeland, gearbeitet. Im Austausch für Arbeit bekam ich Übernachtung und Verpflegung gestellt. Das Ganze nennt sich »Wwoofing« (steht für World-Wide Opportunities on Organic Farms) und ist eine megacoole Art in einem fremden Land Zeit zu verbringen ohne viel Geld auszugeben.

Du möchtest auf einer Farm mit Schafen und anderen Tieren mithelfen oder doch lieber in einer Gärtnerei arbeiten und dort lernen wie man Obst und Gemüse anbaut? Die Möglichkeiten sind unbegrenzt und es ist für jeden etwas dabei. Klingt interessant? Na dann les′ doch einfach mal weiter

Die Anmeldung auf verschiedenen Webseiten

Zur Auswahl stehen die folgenden Seiten:

Vor Beginn meiner Reise, habe ich mich bei der hier als Erstes genannten Seite angemeldet. Man bezahlt 29 US$ »Eintrittsgebühr« und erstellt ein Profil von sich. Von den anderen beiden habe ich allerdings von anderen Reisenden auch sehr viel Positives gehört. Die Monate vor meiner Reise habe ich viel damit verbracht, dort zu stöbern, was es denn so alles gibt. Ich persönlich hatte den Wunsch auf einer Farm mit Pferden zu arbeiten, da ich ein Pferdenarr bin. Und da gabs so einiges. Nimm dir also ruhig Zeit die ganzen Angebote zu durchwühlen und finde deinen Traum-Wwoofing-Platz!

Das erste Mal, dass ich von Wwoofing erfahren hatte, war letztes Jahr in Island. Ein Mädchen im Hostel erzählte mir, dass sie mit mehreren Leuten im Osten der Insel in einer Art Community Projekt mitgeholfen hat und dafür als Gegenleistung einen Schlafplatz und Essen erhielt. Sie schwärmte regelrecht, was sie für eine schöne Zeit dort verbracht hat und gab mir als Tipp die oben genannten Websites mit.

Schlussendlich bin ich allerdings auf einer Farm gelandet, die ich per Zufall auf Eigeninitiative gefunden habe. Sowas ist also auch möglich

Trau′ dich ganz gezielt zu suchen und Leute anzuschreiben, vor allem wenn du etwas Spezielles suchst!

Meine Zeit auf der  Hack Farm

Geführt wird die Hack Farm von Bärbel & Thomas, einem Paar aus Deutschland, das vor ca. 6 Jahren ausgewandert ist. Sie liegt in Takaka, einem kleinem Hippie Dörfchen im Norden der neuseeländischen Südinsel. Da fühl ich mich ja gleich mal per se wohl . Das Haupthaus reißt mich von ersten Augenblick an voll vom Hocker, so gemütlich ist das. Es ist schon ziemlich alt und kunterbunt. Wie die Villa Kunterbunt in Pippi Langstrumpf. Nur das kein weiß gesprenkeltes Pferd rumläuft, dafür aber elf andere Pferde plus Hühner, einer Kuh mit 3 Kälbern und 2 Hunden, die jedoch anderen gehören und auf die mit aufgepasst werden muss.

Bei meiner Ankunft lerne ich Margie und Flo kennen, beide auch aus Deutschland, die dort ebenfalls wwoofen. Später verlassen die beiden die Farm und es kommen 2 neue deutsche Mädels mit 2 Franzosen an. Da jeder unterschiedliche Reisepläne hat, ist da eigentlich ein kontinuierliches Kommen und Gehen angesagt. Das ist gut, weil man viele Leute kennenlernt aber auch manchmal traurig sie dann wieder gehen lassen zu müssen.

Es gibt so einiges zu tun auf der Farm, meine Hauptaufgaben bestehen aus:

  • Hühner füttern und Eier holen
  • Pferde von der Koppel holen und aufsatteln
  • Generalüberholung einer Kommode (die so schön geworden ist, das ich sie am Liebsten mitgenommen hätte)
  • Grafik-Arbeiten wie z.B. Preisliste erneuern und eine Karte des Farmgeländes illustrieren
  • Mithelfen beim Kochen und Backen
  • Zimmer für AirBnB Gäste fertig machen
  • Organisation der Camper (es gibt 6 Stellplätze und den Garten für Zelte)
  • Fotografieren der Reit-Teilnehmer während der Touren

Damit habe ich Glück, denn Bärbel hat mich anfangs gefragt, was ich gerne machen möchte, worin ich gut bin und dann konnten wir so geeignete Jobs für mich finden. Ich liebe es z.B. Möbel á la Do it yourself neu aufzubereiten, also wurde die Kommode auserkoren. Wieviel Mitspracherecht einem da eingeräumt wird, ist natürlich immer von den jeweiligen Leuten abhängig.

Die Tage vergehen und ich bekomme auch desöfteren die Möglichkeit auf den Reittouren mitreiten zu dürfen. Das ist natürlich dann das Highlight, vor allem weil es so gut wie immer an den Strand geht, der nur 20 Gehminuten entfernt liegt. Ich bin noch nie am Strand geritten, obwohl ich mein Leben lang auf Pferden saß, hatte sich das leider nie ergeben.

Ich bin sicher, dass ich mindestens 5 kg in der Zeit an Gewicht zugelegt habe (Wissen tue ich es aber nicht wirklich ). Das Essen ist so unglaublich lecker und viel, dass man nicht Nein sagen kann. Vor allem das Gute, deutsche Brot, dass wir selbst backen. Ich kann dir gar nicht sagen was für ein Genuss das war! Dazu morgens selbstgemachte Marmelade mit den Früchten aus dem Garten, mmmhhhh!

Villa Kunterbunt-psd

Apropo Garten. Dort wächst und gedeiht so ziemlich viel, von Tomaten und (Monster-) Zuccini über Kürbis, Äpfel und Pfirsiche. Alles wird frisch geerntet um es dann zum Kochen/Backen zu verwenden. Deshalb gibts fast jeden Tag yummy Kuchen (soviel zum Thema »Gewichtszunahme«). Ich bin total fasziniert davon, einfach rauszugehen, zu sehen was es denn gibt und das dann zu verarbeiten. Pure organic sozusagen . Sogar das Fleisch, dass verzehrt wird, kommt von der eigenen Kuh. Man weiß also genau, wo was herkommt. Find ich klasse!

Mit der Zeit versiere ich immer mehr zur »Camp-Mutter« (so werde ich zumindest genannt ). Erst seit kurzem gibt es die Stellplätze für Camper und das muss organisiert werden bzw. muss jemand den Campern zeigen wo’s lang geht. Wo finden sie die Dusche und den Müll, wo gibts Wasser, wer hat bezahlt etc. Also entwerfe ich irgendwann »Tickets«, die man ins Auto legen kann und die beweisen, das bezahlt wurde. Außerdem erstelle ich eine Tabelle für das Team um einen Überblick zu haben, wieviele Plätze gerade belegt sind und von wem.

Neben den Unterkunftsmöglichkeiten und Reittouren, bietet Bärbel auch Voltigierstunden für Kinder und Jugendliche an. Das ist auch mega interessant für mich, zu sehen wie die Arbeit mit den Kindern abläuft.

Ich bekomme auch die Gelegenheit, den traumhaften Wharariki Beach zum Sonnenuntergang zu besuchen und im Abel Tasman Nationalpark einen anstrengenden 25 km langen Trek zu laufen. Ich geh ja supergerne wandern. Ich liebe es, weil ich der Natur auf diesem Weg besonders nah bin aber dieser Trek hat so ziemlich alles aus mir rausgeholt. Das war nicht ohne und mein absoluter Rekord an Kilometern! #stolzwiebolle

Wharariki beach

Mit den beiden Mädels und den Franzosen habe ich sehr viel Spaß und manchmal machen wir einfach nur Blödsinn . In kürzester Zeit entwickelt sich ein sehr familiäres Gefühl und die Zeit steht einfach nur still. Auch die Pferde schließe ich in mein Herz und finde natürlich meinen ganz persönlichen Liebling unter ihnen.

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Meine beiden Top-Erlebnisse während dieser Zeit:

  • Eine rießige Gruppe von ziemlich großen Delfinen oder auch Grindwalen zu beobachten, die wir frühmorgens auf einer Reittour sehr nah am Strand sehen. Sie springen immer wieder aus dem Wasser und haben sichtlich Spaß in der Bucht ♥♥♥!
  • Mein Abschieds-Ausritt auf meinem Lieblingspferd am Strand. Einmal schön immer wieder rauf und runter galoppieren. Herrlich ♥♥♥!

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Wäre mein Visa nicht ausgelaufen, wäre ich definitiv noch länger an diesem wunderschönen Ort geblieben. Aber auch hier sind tolle Freundschaften entstanden und ich bin mir sicher alle neu gewonnenen Herzensmenschen irgendwann wiederzusehen.


  FAZIT:

Absolut geile Sache! Meine Erfahrungen damit waren sehr positiv und ich kann es wirklich jedem empfehlen Wwoofing mal auszuprobieren!


FACTS:

  • Anmeldegebühr: 29 US$ auf z.B. www.workaway.com die sich wirklich lohnen
  • Zielgruppe: jeder, der tiefer eintauchen, Geld sparen aber auch seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte
  • Regel: 5 Stunden Arbeit täglich im Austausch für Unterkunft und Verpflegung, Wochenende ist normalerweise frei
  • Dauer: Meist kannst du selbst entscheiden wie lange du wwoofen möchtest, manche haben allerdings ein Tages- oder sogar Monatsminimum
  • Kosten: Für Freizeitaktivitäten musst du selbst aufkommen
  • Location: Du kannst Wwoofing in so gut wie jedem Land weltweit machen, schau einfach mal auf der jeweiligen Website nach und durchforste die Angebote!

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Neuseeland Galerie

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2 Comments

  • Reply Baerbel Hack August 4, 2016 at 10:36 pm

    Du triffst den Nagel auf den Kopf mit deinem Artikel. :)
    Sehr viel Arbeit, gutes Essen und viel Spass.
    Dies gibt es hier nur im Gesamtpaket für Wwoofer.
    Jeder lässt hier etwas zurück ob Geschichten oder Projekte. Eine Erinnerung bleibt.

    Vielen Dank für deinen Einfluss auf unsere kleine Farm
    Wir werden viel Basilikum anpflanzen und beim selbstgerechten Pesto und einer weissen Schokolade als Dessert an dich denken.

    • Conny
      Reply Conny August 11, 2016 at 8:17 am

      Hey Bärbel,
      ach ich werde die tolle Zeit bei euch wirklich nie vergessen! Ihr habt euch so etwas Tolles dort aufgebaut und ich hab jede einzelne Sekunde genossen, auch wenn es viel Arbeit war aber wir wurden mit tollen Menschen und Erlebnissen belohnt! Unbezahlbar! mmmmh weiße Schokolade …. :), bis ganz bald meine Liebe! Ride on!

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